Stefan Reebig
Wer Stefan kennt, kennt ihn als „Fronti“ – leidenschaftlicher Fasnet-Mensch, Vereinsvorsitzender, engagierter Möglichmacher. Und auch wenn seine Postanschrift heute Bad Urach lautet, ist für ihn klar: „Mein Herz hängt an Mittelstadt.“
Er ist das Gesicht der FNZ Riedwald Wölfe Mittelstadt, einem Fasnetsverein, der weit mehr ist als närrisches Brauchtum. Die Riedwald Wölfe sehen sich als aktiven Teil der Dorfgemeinschaft, der sich für die Tradition ebenso einsetzt wie für gelebte Nachbarschaft und gemeinsame Aktivitäten. Ob Rathaussturm, Weihnachtsmarkt oder Rathaushock – wo gefeiert und gestaltet wird, ist auch Stefan nicht weit.
Ein Leben zwischen Ehrenamt, Gartenglück und Fasnetsgeist
„Im Herzen bin ich ein Kind – aber der Lack bröselt etwas“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Diese Mischung aus Humor, Bodenständigkeit und Engagement zieht sich durch sein Leben. In Pliezhausen aufgewachsen, verbrachte er als Kind viel Zeit in Mittelstadt – sei es am Neckar, auf dem Bolzplatz oder bei Freunden. Schon damals war das Miteinander zwischen Pliezhausen und Mittelstadt für ihn selbstverständlich: „Wir waren eine richtig tolle Truppe.“
Heute leitet er eine kleine Firma im Objektservice-Bereich, verbringt seine freie Zeit gerne mit seiner Lebensgefährtin im Garten, bei den Hühnern oder mit dem Wohnwagen auf Campingplätzen. Sein Ruhepol: das Gartengrundstück. Sein Antrieb: die Gemeinschaft.
Verantwortung beginnt da, wo man sich verbunden fühlt
Als Vorsitzender der FNZ Riedwald Wölfe fühlt sich Stefan tief mit Mittelstadt verbunden – unabhängig vom Wohnort. „Wer einen Verein in einem Ort führt, trägt Verantwortung für das Dorf. Das ist für mich selbstverständlich.“
Auch wenn die Vereinsgründung nicht ohne Hürden war – die Mehrheit der knapp 50 Mitglieder lebt außerhalb – spürt er mittlerweile deutlich: „Wir werden angenommen. Die Leute sehen, dass wir uns einsetzen. Das tut gut.“
Orte der Erinnerung und Orte des Aufbruchs
Sein liebster Platz ist bis heute der Neckar am Wehr – ein Ort, der ihn an Kindheit, Freundschaften und unbeschwerte Tage erinnert. Doch auch der Rathausplatz liegt ihm am Herzen: Hier findet ein Großteil der Vereinsaktivitäten statt – ein Platz, an dem das Dorf zusammenkommt und lebt.
Die Veränderung in Mittelstadt nimmt er als positiv wahr: „Ich sehe bei vielen die Motivation, den Ort attraktiver zu machen.“ Besonders hebt er dabei die Rolle des neuen Bürgermeisters Joachim Dieterich hervor, der sich mit großem persönlichem Einsatz für Mittelstadt starkmacht – trotz aller finanziellen Herausforderungen.
Besonders beeindruckt ist Stefan vom Engagement einzelner Personen, die für ihn zu festen Bezugspunkten in der Dorfgemeinschaft geworden sind. Er nennt etwa Ulrich Gänzle, Thomas Kertschek, Stephan Heinlin, Steffen Neuscheler und Johannes Böhringer – allesamt Menschen, die mit ihrer Haltung, Tatkraft und Haltung zum Dorf beitragen.
Herausforderungen und Hoffnungen
Finanzielle Spielräume aus Reutlingen sieht er als große Hürde: „Als Randbezirk bekommt Mittelstadt leider oft nicht das, was es braucht.“ Gleichzeitig ist er überzeugt: Das Potenzial liegt in den Menschen – in ihrem Engagement, ihrer Tatkraft und ihrer Bereitschaft, mit anzupacken.
„Viele wollen etwas bewirken – und sie sind sich nicht zu schade, sich die Hände schmutzig zu machen.“
Für die Zukunft wünscht er sich ein aufblühendes Dorf mit mutigen Ideen, neuen Ladengeschäften, engerer Zusammenarbeit der Vereine und einem offenen Blick auf Menschen, die sich engagieren – unabhängig davon, wo sie wohnen.
„Auch wenn jemand kein wohnhafter Mittelstädter ist, kann er im Herzen dennoch Mittelstädter sein.“
Und wenn er am Wochenende bei seinen Hühnern im Garten sitzt, denkt er sich manchmal: „Was für ein schönes Leben – Huhn müsste man sein.“
Sein Motto bringt seine Haltung auf den Punkt:
„Verändere dich nicht, damit andere dich mögen. Sei du selbst, damit die richtigen Menschen dich lieben.“
Danke an alle, die unser Dorf bunter, wärmer und lebendiger machen
Mit dem Projekt „Gesichter unseres Dorfes“ wollen wir zeigen, wie vielfältig und wertvoll die Menschen in Mittelstadt sind – ob mit Wurzeln im Ort oder mit dem Herzen längst angekommen.
Wir von mittelstadt.info danken Stefan „Fronti“ für seine offenen Worte, seine positive Energie und sein unermüdliches Engagement. Es ist gut, Menschen wie ihn in unserer Mitte zu wissen – Menschen, die anpacken, verbinden und das Dorf mit Leben füllen.
