Joachim Dieterich
Joachim Dieterich - Ein Leben für das Miteinander – Einblicke in das Wirken eines echten Mittelstädters
Wer in Mittelstadt unterwegs ist, wird ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit begegnet sein: ob beim Bäcker, bei der Feuerwehr oder mitten im Vereinsleben. Hinter dem bekannten Gesicht steht ein Mann, der über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen hat – als Feuerwehrmann, Ausbilder, Bezirksbürgermeister und Vorstand des Fördervereins Seniorenzentrum.
Seine Geschichte in Mittelstadt begann früh: Geboren 1960 in Oberndorf am Neckar, zog er bereits 1964 mit seiner Familie nach Mittelstadt – und blieb. Aufgewachsen im Dorf, geprägt durch seine Menschen, lebt er heute noch mit ganzem Herzen hier. Die Landschaft, das dörfliche Leben, das Vertrauen der Menschen – das alles verbindet ihn eng mit Mittelstadt.
„Ich bin hier zu Hause“
Wenn er über Mittelstadt spricht, schwingen Herz und Bodenständigkeit mit. In dem mit seiner Frau Angelika umgetriebenen Garten im Hardt findet er die Ruhe, die ihm im oft fordernden Alltag Kraft gibt. Auch ein scheinbar kleines Erlebnis – eine Libelle, die ihn regelmäßig bei der Gartenarbeit „beobachtet“ – beschreibt er mit einem Schmunzeln und zeigt damit seine Verbundenheit zur Natur und den einfachen Dingen.
Doch im Zentrum seines Lebens steht der Dienst an der Gemeinschaft. Schon als Jugendlicher übernahm er Verantwortung – mit 13 Jahren beim ASB als Sanitäter. Später war er über 40 Jahre bei der Feuerwehr aktiv, 30 Jahre davon als Ausbilder im Landkreis. „Weil mir die Menschen am Herzen liegen“, sagt er schlicht, aber eindrucksvoll.
Wenn es darauf ankommt, hält Mittelstadt zusammen
Eine Szene ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: Bei einem Starkregen-Einsatz wurden er und seine Kameraden stundenlang gefordert. Und was passierte? Die Dorfbewohner brachten spontan Kaffee, Kuchen, Getränke – ein Akt der Dankbarkeit, der zeigt, wie sehr Zusammenhalt hier gelebt wird. „Wenn es darauf ankommt, helfen sich die Menschen – und haben sogar noch Zeit für einen Spaß“, erzählt er mit einem Lächeln.
Vergangenheit bewahren, Zukunft gestalten
Kritisch, aber mit Hoffnung, beschreibt er die Veränderungen im Dorf. Die einst vielfältige Infrastruktur mit Bäcker, Metzger, Kaufladen, Wirtschaften, Friseur – all das sei verloren gegangen. Besonders erinnert er sich an Gotthilf Haug, bei dem man „wirklich alles kaufen konnte“. Gleichzeitig sieht er in der Hochwasserschutz-Initiative ein gelungenes Beispiel für vorausschauende Planung.
Für die Zukunft sieht er wichtige Aufgaben: „Die Schule braucht dringend eine Mensa“, betont er. Auch die Wiederbelebung der Infrastruktur – um Firmen einen Anreiz zu geben, sich wieder in Mittelstadt anzusiedeln – steht ganz oben auf seiner Wunschliste.
Und wenn er am Abend das geschafft hat, was er sich vorgenommen hat, schenkt ihm genau das ein Lächeln. Die Freude am Alltag, die Kraft der kleinen Erfolge – das zeichnet ihn aus.
Für eine starke Dorfgemeinschaft
Sein Wunsch an uns alle: füreinander da zu sein. Den Menschen helfen, die Hilfe brauchen. Stolz sein auf das, was erreicht wurde – und noch erreicht werden kann. Denn:
Johann Wolfgang von Goethe
„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“
Danke an alle, die unser Dorf stark machen
Im Rahmen des Projekts „Gesichter unseres Dorfes“ geben Menschen wie dieser langjährige Feuerwehrmann, Vereinsvorstand und Bürgermeister eindrucksvoll Einblick in ihr Leben – und ihr Wirken für unser Miteinander.
Wir von mittelstadt.info danken allen Interviewpartnerinnen und -partnern für ihre Offenheit und das Teilen ihrer Geschichten. Solche Persönlichkeiten sind es, die unser Dorf tragen – und denen wir mit Stolz und Dankbarkeit begegnen dürfen.
