Alexandra Oswald
Wenn ein pinker Roller im Feuerwehrauto-Design durch Mittelstadt rollt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Alex unterwegs ist – engagierte Feuerwehrfrau, Mutter, Kreativkopf und Vorstand des Fördervereins der Grundschule Mittelstadt. Ihre Geschichte zeigt, wie viel Kraft entstehen kann, wenn Leidenschaft, Verantwortung und Lebensfreude zusammenkommen.
„Ich fühle mich oft wie 28 – aber nie so alt wie ich wirklich bin.“
Diese Haltung zieht sich durch ihr gesamtes Wirken im Ort – sei es in Uniform, mit Zeichenstift oder beim Austausch mit Eltern und Lehrkräften.
Angekommen mit offenem Herzen
2009 zog Alex offiziell nach Mittelstadt – der Liebe wegen. Heute lebt sie hier mit ihrer Familie, ist tief verwurzelt im Ort und sagt:
„Ich bin glücklich, wie gut ich hier angekommen bin.“
Zentraler Ankerpunkt in ihrem Leben ist die Freiwillige Feuerwehr Mittelstadt, die für sie weit mehr ist als nur ein Ehrenamt:
„Hier habe ich nicht nur Freunde gefunden, sondern eine zweite Familie.“
Schon als Zwölfjährige war sie von der Feuerwehr fasziniert. Heute ist sie nicht nur aktiv im Einsatzdienst, sondern auch Landesausbilderin für Kinder- und Jugendgruppenleiter – ein Ehrenamt, das sie mit Herzblut ausfüllt:
„Ich möchte Jugendlichen zeigen, wie wertvoll es ist, sich für etwas zu begeistern – für Technik, Verantwortung, Kameradschaft. Für mich ist das eine Herzenssache.“
Ein Erlebnis hat sich ihr besonders eingeprägt: Ein kleiner Junge, der beim ersten Jugendfeuerwehr-Treffen mit offenem Mund zusah, wie Alex das große Feuerwehrauto fuhr – heute ist er selbst aktiver Kamerad.
Engagiert für die Zukunft – nicht nur mit Blaulicht
Neben der Feuerwehr engagiert sich Alex auch als 1. Vorstand des Fördervereins der Grundschule Mittelstadt – mit allem, was dazugehört: Personalführung, Verwaltungsarbeit, Anträge, Gespräche. Ein Ehrenamt, das oft übersehen wird, aber für die Grundschule essenziell ist:
„Wenn sich niemand mehr findet, der den Vorstand übernimmt, gibt es keine Kernzeitbetreuung mehr. Keine AGs. Kein soziales Netz für Familien, die arbeiten müssen.“
Sie spricht offen über die Herausforderungen – und auch über die Verantwortung, die der Stadt Reutlingen eigentlich zukommen müsste. Stattdessen übernehmen Ehrenamtliche wie sie – mit Herz, Verstand und sehr viel Zeit.
Wo sie auftaucht, entsteht Verbindung
Ob beim Bäcker, im Schulhof oder auf dem Fahrersitz eines Löschfahrzeugs – Alex ist präsent, ansprechbar und mitreißend. Ihr Lieblingsort ist ihr Garten hinter dem Haus, wo sie zur Ruhe kommt – oder neue verrückte Ideen entwickelt, denn:
„Ich habe mein Atelier unterm Dach – da entstehen viele bunte Dinge, die andere manchmal den Kopf schütteln lassen. Aber meistens werden sie umgesetzt.“
Ein Dorf mit Zukunft – aber auch Baustellen
Alex nimmt Veränderungen im Ort differenziert wahr: Die Stimmung, die Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die Herausforderungen für junge Familien. Ihre Worte sind ehrlich und klar:
„Viele Menschen fühlen sich vergessen von der Stadt – als wäre Mittelstadt das nervige Hühnerauge am Fuße Reutlingens.“
Was sie begeistert: dass manche Anliegen gehört werden – wie etwa der Wunsch der Grundschüler nach einem zweiten Tor am Bolzplatz. Was ihr fehlt: eine zentrale Begegnungsstätte im Dorf – vielleicht im leerstehenden Haus gegenüber vom Rathaus.
„Ein Ort zum Reden, Tanzen, Lachen – aber auch für ernste Themen. Ein Platz für echte Gemeinschaft.“
Was sie antreibt: Mut, Freude und Zusammenhalt
„Lieber etwas riskieren, als ewig zu bereuen, sich nicht getraut zu haben.“
Das ist ihr Leitspruch – und spiegelt sich in allem, was sie tut.
„Ed aufgfalla – isch wie ed do gwea.“
Sammle Erinnerungen, bleib in Erinnerung – so beschreibt sie ihr Lebensgefühl. Was sie sich für die Dorfgemeinschaft wünscht?
„Werdet wieder fröhlicher. Schätzt das Miteinander. Und freut euch über die kleinen Dinge – so wie der kleine Junge damals beim Feuerwehrauto.“
Ein besonderer Dank
Am Ende richtet Alex noch einen persönlichen Dank an die gesamte Abteilung Mittelstadt der Freiwilligen Feuerwehr:
„Ihr habt entscheidend dazu beigetragen, dass ich heute die bin, die ich bin. Ich bin stolz, Teil dieser Familie zu sein.“
Danke an alle, die unser Dorf mit Herz und Flamme gestalten
Mit dem Projekt „Gesichter unseres Dorfes“ möchten wir zeigen, wie viele Menschen mit Energie und Leidenschaft Mittelstadt prägen. Wir von mittelstadt.info danken Alex für ihre Offenheit, ihren Mut, ihr Engagement – und dafür, dass sie zeigt: Ehrenamt kann laut, bunt, kreativ und tief verbunden sein.
So bleibt Mittelstadt lebendig – für heutige Kinder, für kommende Generationen, für uns alle.
