Der Spielplatz am Wieslenbach – Ein Gemeinschaftsprojekt für Mittelstadts Kinder
Ein lang gehegter Wunsch wird Wirklichkeit
Viele Jahre lang wünschten sich Familien in Mittelstadt eine Verbesserung der örtlichen Spielplatzsituation. Zwar gab es am Wieslenbach neben dem Kindergarten bereits einzelne Spielgeräte, doch entsprach das Angebot längst nicht mehr den Bedürfnissen der zahlreichen Kinder im Ort. Für viele Familien gehörten deshalb Fahrten zu Spielplätzen in den Nachbarorten zum Alltag.
Der Wunsch nach einem attraktiven und zeitgemäßen Spielplatz wurde immer wieder an den Bezirksgemeinderat herangetragen. Im Sommer 2010 zeichnete sich schließlich eine Lösung ab. Emil Will, Vertreter der Stadt Reutlingen, informierte den Bezirksgemeinderat darüber, dass die Stadt bereit sei, neue Spielgeräte für den Spielplatz am Wieslenbach zur Verfügung zu stellen. Die Voraussetzung dafür war jedoch, dass die Aufstellung der Geräte mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer erfolgen sollte.
Damit begann eines der erfolgreichsten Bürgerprojekte der jüngeren Mittelstädter Ortsgeschichte.
Planung gemeinsam mit den Familien
Von Anfang an sollten die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern berücksichtigt werden. Deshalb erhielten die Familien die Möglichkeit, ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen. Auf dieser Grundlage wurde ein Konzept für die Neugestaltung des Spielplatzes entwickelt.
Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem sowohl kleinere als auch größere Kinder vielfältige Spielmöglichkeiten finden. Geplant wurden unter anderem ein großer Kletterbereich, neue Schaukeln, Balancier- und Bewegungsangebote sowie zusätzliche Spielmöglichkeiten im Sandbereich. Auch weitere Attraktionen wie Matschtische, eine Wasserpumpe, ein Sandbagger und eine Hangrutsche waren vorgesehen.
Nachdem die Planungen abgeschlossen waren, konnten die Spielgeräte bestellt werden.
Ehrenamtlicher Einsatz mit Schaufel und Schubkarre
Im Herbst 2010 begann die praktische Umsetzung. Zahlreiche Mittelstädter Bürgerinnen und Bürger erklärten sich bereit, ihre Freizeit für das Projekt einzusetzen. Mit Schubkarren, Schaufeln und Spaten ausgerüstet rückten die Helfer an, um die Grundlagen für die neuen Spielgeräte zu schaffen.
Besonders die Väter packten tatkräftig mit an. Es wurde gegraben, betoniert, geschleppt und montiert. Die Arbeiten waren anspruchsvoll und verlangten körperlichen Einsatz. Dennoch herrschte während der Arbeitstage eine ausgesprochen gute Stimmung. Viele Beteiligte betrachteten die Aufgabe nicht als Belastung, sondern als Gelegenheit, aktiv etwas für die Kinder des Ortes zu schaffen.
Eine besondere Herausforderung stellte die Montage der großen Dreifach-Schaukel dar. Mit vereinten Kräften musste die schwere Konstruktion aus der waagerechten Position aufgerichtet werden. Auch der große Spielturm und die umfangreiche Kletteranlage erforderten viel Geschick und Teamarbeit.
Bereits vor dem Wintereinbruch konnten die ersten Klettergeräte genutzt werden. Damit war der Grundstein für den neuen Spielplatz gelegt.
Fachkundige Unterstützung und gute Organisation
Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung spielte Landschaftsgärtner Michael Ehmke. Er übernahm ehrenamtlich die Planung, Organisation und technische Begleitung des Projekts. Die Fundamente für die Spielgeräte wurden vorbereitet, Arbeitsabläufe koordiniert und die notwendigen Schritte fachgerecht begleitet.
Die ehrenamtlichen Helfer profitierten dabei von seiner Erfahrung und seinem Engagement. Viele Beteiligte betonten später, dass die erfolgreiche Durchführung ohne diese Unterstützung kaum möglich gewesen wäre.
Auch das Organisationsteam um Anette Bauer, Ute Lang, Catrin Reißner und Christiane Reusch leistete einen wesentlichen Beitrag. Die Gruppe koordinierte die Helfereinsätze, kümmerte sich um die Kommunikation mit Eltern und Unterstützern und sorgte dafür, dass die Arbeiten reibungslos ablaufen konnten.
Unterstützung aus dem ganzen Ort
Die Spielplatzaktion entwickelte sich schnell zu einem Gemeinschaftsprojekt, das von vielen Seiten unterstützt wurde. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger halfen bei den Arbeitseinsätzen oder sprangen spontan ein, wenn zusätzliche Unterstützung benötigt wurde.
Auch örtliche Einrichtungen und Unternehmen beteiligten sich. Die Bäckerei Bayer versorgte die Helfer an den Arbeitstagen mit Vesper. Die Feuerwehr Mittelstadt stellte Räumlichkeiten zur Verfügung. Unterstützung kam außerdem von der evangelisch-methodistischen Kirche sowie von zahlreichen Spenderinnen und Spendern.
Besonders erfreulich war die Anschaffung einer Sitzgarnitur für den Spielplatz. Sie wurde vom Team des Mittelstädter Kinderkleidermarktes gestiftet und bietet seitdem Eltern und Großeltern eine angenehme Aufenthaltsmöglichkeit.
Die große Hilfsbereitschaft zeigte eindrucksvoll, wie stark der Zusammenhalt innerhalb der Mittelstädter Bürgerschaft ist.
Ein Spielplatz für alle Generationen
Im Frühjahr und Frühsommer 2011 wurden die noch ausstehenden Arbeiten abgeschlossen. Weitere Spielgeräte wurden installiert, Grünflächen angelegt und die letzten Details fertiggestellt.
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der bislang eher schlicht ausgestattete Spielplatz verwandelte sich in eine moderne und abwechslungsreiche Spielanlage. Klettergeräte, Schaukeln, Wippen, Balanciermöglichkeiten und Sandspielbereiche bieten seitdem vielfältige Bewegungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.
Vor allem die Kinder nahmen den neuen Spielplatz sofort begeistert an. Sie kletterten auf den neuen Anlagen, rutschten, baggerten im Sand und erkundeten die zahlreichen Spielmöglichkeiten. Damit erfüllte sich das Ziel des Projekts: ein attraktiver Treffpunkt für Familien mitten im Ort.
Feierlicher Abschluss eines erfolgreichen Projekts
Am 1. Juli 2011 fand die Spielplatzaktion ihren offiziellen Abschluss. Bei einem Grillfest kamen zahlreiche Helferinnen und Helfer mit ihren Familien zusammen, um das gemeinsam Erreichte zu feiern.
Bezirksbürgermeister Wilhelm Haug nutzte die Gelegenheit, um allen Beteiligten für ihren außergewöhnlichen Einsatz zu danken. Sein Dank galt den vielen ehrenamtlichen Helfern, den Spenderinnen und Spendern, dem Organisationsteam sowie der Stadt Reutlingen für die Bereitstellung der Spielgeräte.
Besonders würdigte er die engagierte Zusammenarbeit von Bürgerschaft, Verwaltung und Ehrenamt. Das Projekt habe eindrucksvoll gezeigt, was möglich sei, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Ein bleibendes Zeichen des bürgerschaftlichen Engagements
Der Spielplatz am Wieslenbach ist weit mehr als eine Ansammlung von Spielgeräten. Er steht beispielhaft für das Engagement der Mittelstädter Bürgerschaft und für den starken Gemeinschaftssinn des Ortes.
Was als langjähriger Wunsch vieler Familien begann, wurde durch die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Bezirksgemeinderat, engagierten Eltern, Fachleuten, Vereinen, Unternehmen und zahlreichen freiwilligen Helfern verwirklicht.
Bis heute erinnert der Spielplatz daran, dass große Projekte auch dann gelingen können, wenn viele Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam anzupacken. Für die Kinder Mittelstadts entstand dadurch ein Ort voller Spiel, Bewegung und Begegnung – und für die Dorfgemeinschaft ein sichtbares Zeichen gelebter Solidarität.
