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Ausgrabung des römischen Gutshofs

Ausgrabung des römischen Gutshofs

Im Jahr 1962 fand im vorderen Lachenhau eine Grabung an einem römischen Gutshof statt. Die Grabung wurde von Lehrern, Schulkindern und vor allem begeisterten Albvereinsmitgliedern durchgeführt. Ausgelöst wurde die Grabung von der Information, dass das Lachenhau als Industriegebiet überbaut werden sollte und damit die Artefakte verloren gewesen wären. Weitere Informationen finden Sie im Heimatbuch aus dem Jahr 1965 ( Download als PDF-Datei [36.372 KB] ) auf den Seiten 37 ff. Die Bilder wurden von Walter Brants zur Verfügung gestellt. Wir danken für diese Unterstützung.

Um an den römischen Guthof zu erinnern wurde der Kreisverkehr von Reiderich kommend entsprechend gestaltet. Erläuterungen zur Gestaltung des Kreisverkehrs:

An vier Seiten der Verkehrsinsel sind Sandsteinquader aufgerichtet. Sie sind ein symbolischer Hinweis auf Baureste aus der römischen Besatzungszeit zwischen 180 und 260 n.ö Chr. und deuten einen kleinen Gutshof (Villa rustica) an. Dass die Römer auch hier in Mittelstadt präsent waren, lässt sich mehrfach nachweisen.

Der Unterbau der Heerstraße geht auf die Bautechnik der römischen Durchgangsstraße zurück. Auf der Flurname Bei den Mauern deutet auf ein Gehöft aus dieser Zeit hin.

Das wichtigste Beweisstück ist aber solch ein kleiner Gutshof, der im Jahr 1962 im vorderen Lachenhau ausgegraben wurde. Es war eine typische Anlage damaliger Zeit mit Portikus, Bad, Warmluftheizung und Wohntürmen an zwei Seiten.

Zwei ausgegrabene Sandsteinplatten mit den Reliefs der Pferdegöttin Epona lassen vielleicht auf das Anwesen eines keltischen Dienstmanns schließen. Der Abgang ist etwas auf die Zeit 234 n. Chr. festzulegen, als alemanische Stämme das römische Dekumatland eroberten.